Zum Gedenken an Egon Bahr

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Engster Freund und Berater von Kanzler Willy Brandt und einer der Architekten der „neuen Ostpolitik“ – Egon Bahr hat die Geschichte der Bundesrepublik nachhaltig geprägt.

Im April 2013 war Bahr zum letzten Mal in Tübingen um sein Buch „Erinnerungen an Willy Brandt“ vorzustellen.

  • Foto: SPD Schleswig Holstein (CC by 2.0)

    Foto: SPD Schleswig Holstein (CC by 2.0)

    Seine Karriere begann als Journalist beim RIAS in West-Berlin. Schnell schloss er sich der SPD an, da die Partei seiner Meinung nach als einzige über die Möglichkeit einer deutschen Einheit nachdachte.
    Das eingeschlossene West-Berlin wurde für Bahr zu einem Labor der Verständigung mit dem Ostblock. Aus kleinen Initiativen um die Versorgung der Stadt entstand mit dem Rückhalt der Amerikaner das große Konzept der „neuen Ostpolitik“. Als Kanzler akzeptierte Brandt die Existenz der DDR und der Nachkriegsgrenzen. Im Gegenzug erlaubte der Ostblock eine gewisse wirtschaftliche und kulturelle Öffnung.
    Der Kanzler und sein engster Berater stießen damals auf heftige Kritik der Opposition, doch die Geschichte gab ihnen Recht: Der “Wandel durch Annäherung“ führte langfristig zum Ende der Parteidiktatur. Er starb am 19. August 2015.

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Über

Matthäus Wehowski

... ist seit Wintersemester 2008 Mitarbeiter beim Uniradio und seit kurzem Doktorand am Institut für Osteuropäische Geschichte.

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