“Heute einmal mit Maschine”

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Von Staatsquallen, Strahlenkatzen und Literatur, oder mit anderen Worten: Experimentelle Literaturformen aus und mit dem World Wide Web. Darum drehte sich die diesjährigen Tübinger Poetik-Dozentur, die vom 23. – 27. November stattgefunden hat.

 PicasaEingeladen wurden dazu die beiden Autoren Clemens Setz und Kathrin Passig, die beide der Frage nachgehen, wie sich Schreiben und Literatur im digitalen Zeitalter wandeln. Eine Themenwoche, die sich nicht nur an junge Literaten, sondern an all die wendete, die sich mit moderner Literatur auseinandersetzen.

Im Zuge der Poetik-Dozentur wurde der Würth-Literaturpreis 2016 ausgeschrieben. Das Thema lautet “Kurz-Info Schränkung und Blattstärke”. Einsendeschluss ist der 1. Februar, die Bekanntgabe der Preisträger erfolgt Anfang April 2016.

  • Die Tübinger Poetik Dozentur ist ein Förderprojekt der Adolf Würth GmbH & Co. KG, Künzelsau. Sie wird seit 1996 am Deutschen Seminar der Universität Tübingen ausgerichtet, seit 2005 von Frau Prof. Dr. Dorothee Kimmich. Einmal im Jahr – in der Regel im November – werden zwei Autoren eingeladen, die Vorlesungen halten sowie Seminare und Workshops für die Studierenden der Universität anbieten. Die Poetik-Dozentur steht für alle Interessierten offen und versteht sich als Forum der kulturellen Begegnung zwischen Autoren, Studierenden, Lehrenden und einer breiten Öffentlichkeit in Tübingen und Umgebung.
  • Der Würth-Literaturpreis wird im Zuge der Tübinger Poetik-Dozentur ausgeschrieben. Das Thema stellt der jeweilige Poetik-Dozent in seiner letzten Vorlesung. Zur Teilnahme aufgerufen sind jedoch nicht nur die unmittelbaren Hörer der Poetik-Dozentur, sondern alle Autoren, die sich literarisch-produktiv mit diesem Thema auseinandersetzen wollen. Prämiert werden Texte, die überzeugend eigene sprachliche Wege gehen. Die Preissumme beträgt 7.500 Euro. Der Würth-Literaturpreis ist ein Prosawettbewerb. Es können literarische Texte im Umfang von ca. 10.000 Zeichen eingereicht werden. Die Texte müssen unveröffentlicht sein.
  •  PicasaProf. Dr. Dorothee Kimmich ist deutsche Literaturwissenschaftlerin im Bereich der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Im Jahre 2004 übernahm sie die Tübinger Poetik-Dozentur von Herrn Prof. Dr. Jürgen Wertheimer. Außerdem ist sie in der Jury des Würth Literaturpreises.
  •  Kathrin Passig, wohnhaft in Berlin, sieht sich selbst nicht als Schriftstellerin, sondern als Sachbuchautorin und Kommentatorin des modernen Medienalltags. Sie ist Redakteurin des Weblogs Riesenmaschine, Sachbücher wie Lexikon des Unwissens oder Internet – Segen oder Fluch wurden Bestseller. Darüber hinaus schreibt Passig immer wieder Beiträge und Kolumnen für unterschiedliche Tageszeitungen, dokumentiert unseren technischen Alltag oder übt sich in der Revolutionierung von Literatur- und Filmempfehlungen mithilfe der „automatischen Kulturkritik“. Nebenbei ist sie auch Erfinderin einer Seite, auf der man T-Shirts nach Zufälligkeitsprinzip bedrucken lassen kann.
  • © Hans Hochstöger/Focus/Suhrkamp Verlag

    Der neue Roman des Grazer Jungautoren Clemens Setz, Die Stunde zwischen Frau und Gitarre, ist nicht nur 1000 Seiten lang, sondern bindet den Leser via “Social Reading” unmittelbar mit ein. Neben seinem mysteriösen Roman Indigo und dem Band Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes, für den er den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt, schreibt Setz weitere Prosatexte und auch Gedichte oder kürzt für die SZ eine Selbsthilfe-Bibel zum lyrischen Kurztext zusammen.

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Über

Lisa Fleischer

…ist schon seit dem Sommersemester 2013 im Team von cantaloup.fm – das damals noch unter dem Namen Uniwelle Tübingen publizierte. Neben Ihrer Tätigkeit bei uns ist sie momentan mit ihrer Bachelor-Arbeit beschäftigt. Zumindest mehr oder weniger.

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