Mehr als nur schlechtes Wetter: Das Klimaphänomen El Niño

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Dürren, Regenfälle und Erdrutsche: Das Klimaphänomen El Niño sorgt zur Weihnachtszeit für außergewöhnliche Wetterlagen. Experten fürchten, die Auswirkungen könnten in diesem Winter besonders extrem sein.

In El Niño-Jahren scheint das Klima auf der Südhalbkugel verrückt zu spielen. Doch wie kommt es überhaupt dazu? Lennart Stock hat sich von Dr. Hans-Joachim Rosner vom Geografischen Institut der Universität Tübingen erklären lassen, was El Niño genau ist und warum die Wissenschaft über den Auslöser noch rätselt.

Über die Auslöser für das Klimaphänomen gibt es bisher kaum gesicherte Erkenntnisse. Klar ist jedoch, dass sich in El-Niño-Jahren die Wasser- und Luftströmungen in der Nähe des Äquators im Pazifik ändern. Passatwinde, die sonst feuchte Luft nach Australien und an die südostasiatische Küste treiben, schlafen ein. Das Wasser an der südamerikanischen Westküste erwärmt sich. Diese Veränderungen haben Auswirkungen auf weite Teile der Südhalbkugel. Der Autor Kurt Baldenhofer bietet auf enso.info ein umfangreiches Dossier an, in dem er viel Wissenswertes über das El Niño-Phänomen und die Telekonnektionen in anderen Teilen der Welt gesammelt hat. Wer es lieber kurz und kompakt mag, für den lohnt sich das folgende Video der World Meteorological Organization (WMO) der Vereinten Nationen.

Experten nehmen an, dass in diesem Winter ein besonders außergewöhnliches El Niño-Ereignis bevorsteht. Welche Auswirkungen zu spüren sein könnten, werden erst die nächsten Monate zeigen. Doch schon jetzt gibt es Berichte über extreme Wetterlagen in vielen Teilen der Welt, die mit dem El Niño in Verbindung gebracht werden.

  •  Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Dr. Hans-Joachim Rosner am Geographischen Institut der Universität Tübingen. Nach seinem Studium der Geographie und der Theologie an den Universitäten München, Freiburg im Breisgau und Innsbruck, promovierte Rosner 1992 an der Geowissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg. Seit 1993 ist Rosner an der Universität Tübingen. In der Lehre und Forschung beschäftigt sich Rosner seitdem vor allem mit der Physischen Geographie, der Klimageographie und Geographischen Informationssystemen.
  •  Die World Meteorological Organization, kurz WMO, ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Ihr Sitz ist in Genf. Ihre Aufgabe ist u.a. die Zusammenarbeit nationaler Wetterdienste zu vereinfachen. Dazu gehört unter anderem die Festsetzung und Überwachung der Methoden für Messungen und Wetterbeobachtungen. Darüber hinaus fördert die WMO den Informationsaustausch von meteorologischen Daten und unterstützt so die internationale Forschung und Lehre innerhalb der Meteorologie.

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Lennart Stock

... studiert Medienwissenschaften und ist das Nordlicht bei cantaloup.fm. Geboren in Ostfriesland zog es ihn für den Master ins schöne Tübingen – und so zu cantaloup.fm.

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