Was ist eigentlich Ziviler Ungehorsam?

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Sich widersetzen, nicht gehorchen, Gesetze übertreten… Ziviler Ungehorsam ist die Protestform der Mutigen, sagen die einen. Überzogener Schwachsinn sagen die anderen.

Was hat es mit dieser Form des Protests auf sich? Was macht sie besonders und wodurch zeichnet sie sich aus?

Ein Überblick über wichtige Aktionen des Zivilen Ungehorsams:

  • 1930 war Indien noch nicht unabhängig. Die britischen Kolonialherren hatten bestimmte Monopole inne. Dazu gehörte auch die Salzherstellung. Indern war es verboten Salz zu gewinnnen, zu besitzen oder zu verkaufen. Doch gerade die hart arbeitende Bevölkerung brauchte dringend Salz, um ihren Körper gesund zu halten.
    Als Zeichen des Protests machte sich Gandhi mit seinen Anhängern auf einen tagelangen Marsch an die Küste. Dort ließen sie Salzwasser auf ihren Händen verdunsten bis lediglich das Salz übrig blieb. Ohne sich zu wehren ließen sich zahlreiche Teilnehmer mit Knüppeln verprügeln.
    Es ist eine der bekanntesten Aktionen des Zivilen Ungehorsams und des Gewaltfreien Widerstands.
  • Wer als Afroamerikaner in den 50ern in den Südstaaten Bus fahren wollte hatte es an sich nicht schwer. Er musste nur ein paar Regeln befolgen: er durfte nicht vorne im Bus sitzen, denn dort war für Weiße reserviert. Sollte ein Weißer keinen Sitzplatz mehr im für ihn reservierten Teil des Busses bekommen, muss für ihn Platz gemacht werden.
    Doch Rosa Parks wollte keinen Platz machen. Sie wollte sich nicht unterordnen, nicht immer nachgeben. Der Busfahrer meldete sie der Polizei, welche Parks verhaftete und vors Gericht stellte. Unterstützer von Rosa Parks riefen daraufhin einen Busboykott aus, der 381 Tage andauerte. 1956 wurde die Rassentrennung in Öffentlichen Verkehrsmitteln für verfassungswidrig erklärt.
  • 1983 – Der Ost-West-Konflikt spitzt sich immer weiter zu. Als Ergebnis des sogenannten “NATO-Doppelbeschluss” sollen im schwäbischen Mutlangen 36 Mittelstreckenraketen stationiert werden. 3 Tage lang beteiligten sich Prominente, Studenten und vor allem auch ältere Bürger an einer Sitzblockade des US-Airfields, auf dem die Raketen stationiert werden sollten.
    Trotz des Widerstands der Bevölkerung wurden die Raketen Ende des Jahres nach Mutlangen gebracht. Es folgten zahlreiche weitere Sitzblockaden, so beispielsweise im Dezember 1983, an der Tausende Menschen teilnahmen. Im Laufe der Jahre gab es zahlreiche Festnahmen und Prozesse.
    1990 wurden schließlich die letzten Raketen aus Mutlangen abtransportiert.
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Über

Leila el-Gonemy

... ist seit 2013 an der Uni Tübingen und seit 2015 bei cantaloup.fm. Honigmelonen sind zwar nicht nach ihrem Geschmack, cantaloup.fm findet sie aber super.

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