Die Schatten der Kolonialzeit in unseren Museen

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Wem gehören Kulturobjekte fremder Völker, die im Zeitalter des Kolonialismus in unsere Museen gelangten: Geschenkt, gekauft, gehandelt, gestohlen, geraubt?

Heute fordern unabhängige Staaten und emanzipierte Ethnien Kulturgüter zurück, auch wenn diese seinerzeit mehr oder weniger legal erworben worden sind. Wie sollen Museen mit solchen Forderungen umgehen?

In Tübingen sahen sich die Urgeschichtler schon 1997 mit dieser Frage konfrontiert. Seinerzeit ging es um Kultgegenstände der Hadzape in einer Sammlung der Universität. Mahaya Matula Makala, ein Hadzape aus Tansania und Gast einer Ausstellung im Fünfeckturm protestierte damals massiv gegen die Ausstellung dieser Gegenstände und forderte sie für seine Volksgruppe zurück. Thomas Kurella berichtete über den Eklat für cantaloup.fm.

Das Linden-Museum Stuttgart, das Staatliche Museum für Völkerkunde, und die Eberhard-Karls-Universität Tübingen wollen in den nächsten 2 Jahren  gemeinsam Herkunft  und Biografien von Sammlungen und Sammlungsobjekten erforschen, die im kolonialen Zusammenhang in Museen gelangt sind. Damit wird die sog. Provenienz-Forschung, d.h. die wissenschaftliche Untersuchung von Herkunft und Besitzverhältnisse von Kulturgütern, die bisher nur zur NS-Zeit betrieben wurde, erstmals auf die Kolonialzeit erweitert. Am 3. März wird das Forschungsprojekt näher vorgestellt. Wir werden berichten.

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cantaloup.fm

Studentisches Ausbildungsmedium für crossmedialen Journalismus an der Eberhard Karls Universität Tübingen.

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