Der Tübinger Refugee-Kurs: Deutsch für Flüchtlinge

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100 Flüchtlinge hatten sich auf den neuen Refugee-Kurs der Uni Tübingen beworben, 25 Plätze waren vorgesehen. Jetzt startet das Programm mit 50 Teilnehmern.

Der neunmonatige Kurs soll die Menschen mit Fluchthintergrund auf die „Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang“ vorbereiten, ein interkulturelles Orientierungsprogramm soll ihnen das gesellschaftliche Leben in Deutschland näherbringen. Darüber hinaus werden einzelne Studienfächer vorgestellt.

  • Christine RubasDr. Christine Rubas hat das Vorstudium für Flüchtlinge, den Refugee-Kurs, konzipiert. Seit Oktober 2015 arbeitet sie für die Stabsstelle für Flüchtlingskoordination, zuvor war sie Interkulturelle Trainerin und Beraterin bei dem Tübinger Programm “International and European Studies”.

  • img_4464_newJoseph Yateem ist 19 Jahre alt und wuchs im syrischen Aleppo auf. Nachdem er sein Abitur mit 1,3 bestanden hatte, floh er gemeinsam mit seinem Vater nach Deutschland, wo er im September 2015 ankam. Seit zwei Monaten wohnen die beiden in Großbettlingen.

  • img_4443Abdulla Halawe ist 24 Jahre alt und stammt aus der syrischen Kleinstadt Duma, nahe Damaskus. An der Universität von Damaskus studierte er fünf Semester Zahnmedizin. Anfang 2016 floh er nach Deutschland, wo er seit Februar in einer Flüchtlingsunterkunft in Reutlingen wohnt. Noch wartet er auf die Anerkennung seines Asyls.

Joseph Yateem erzählt, was er sich vom Refugee-Kurs erwartet

Wir schaffen das, wenn…

Viele Probleme hat die Stabsstelle für Flüchtlingskoordination beim Refugee-Kurs schon gemeistert. Doch ein paar Punkte müssen noch geklärt werden.

Der Kurs wird im Rahmen des Programms “Integra” durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziert, pro Teilnehmer stehen im Monat 420 Euro für die Lehre zur Verfügung. Die Stabsstelle für Flüchtlingskoordination geht davon aus, dass das ausreicht, betont aber: “Wir wissen nicht, was auf uns zukommt.” Die Förderung läuft vorerst bis Februar 2017, ob es eine Anschlussfinanzierung geben wird, ist noch ungeklärt. Die Universität Tübingen will für die fehlenden Kosten aufkommen.
Der Kurs soll mit der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) abschließen. Diese soll den Teilnehmern als Sprachnachweis dienen, wenn sie sich an einer deutschen Hochschule bewerben wollen. Nun akzeptiert jedoch etwa die Universität Stuttgart die DSH-Prüfung der Universität Tübingen nicht mehr, möglicherweise muss den Sprachtest Test-DaF ausgewichen werden.
Die Teilnehmer des Kurses beziehen vorerst weiter Leistungen des Jobcenters und werden nicht an der Universität eingeschrieben. Denn um BAföG zu bekommen, muss der Asylantrag bereits entschieden sein. Das ist bei einigen Teilnehmern noch nicht der Fall. Ab dem zweiten Semester sollen die Flüchtlinge dann eingeschrieben werden und BAföG beziehen können.

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Lucas Eiler

... studiert Politikwissenschaft, Allgemeine Rhetorik und Medienwissenschaft. Seit dem Wintersemester 2013 arbeitet er für das Uniradio und betreut hier auch den Social Media-Auftritt mit.

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