Girls just wanna have fun…damental rights

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In den Schwerpunktthemen des Filmfestivals Frauenwelten „sexualisierte Gewalt “ und „religiöser Fundamentalismus“ sind Frauen nicht nur Opfer. Sie wehren sich, gehen in den Widerstand.

Und sie kämpfen. Gegen den IS, gegen das Patriarchat und für die Kontrolle über ihren Körper. Das 17. Filmfestival Frauenwelten zeigt diese Geschichten in 33 Filmen aus 30 Ländern.

Sexualisierte Gewalt und religiöser Fundamentalismus im Fokus

Erst 2008 erkannten die Vereinten Nationen sexualisierte Gewalt als Kriegsverbrechen an. Aber als Waffe wird sie schon sehr lange eingesetzt, vor allem gegen Frauen. Deshalb setzt das 17. Filmfest Frauenwelten in Tübingen einen besonderen Schwerpunkt auf Filme, die sich dieses Verbrechen zum Thema machen. Dass sich das Thema durch die Geschichte zieht, zeigt die Auswahl der Filme: Polnische Nonnen am Ende des 2. Weltkrieg im Film Les Innocents, oder der Film Reşeba – The Dark Wind zum Schicksal der Jesidinnen, die vom sogenannten Islamischen Staat als Sexsklavinnen verkauft wurden.

Der IS spielt auch im zweiten Schwerpunkt des Filmfestivals eine Rolle, der sich um den Kampf gegen religiösen Fundamentalismus dreht. Die Dokumentation Girl’s War zeigt kurdische Kämpferinnen, die ihre Heimat gegen den IS verteidigen. Im israelischen Kassenschlager Women’s Balcony wehren sich jüdische Frauen gegen einen orthodoxen Rabbi. Und der Film The Poetesse der deutschen Regisseurin Stephanie Brockhaus erzählt die wahre Geschichte einer arabischen Dichterin, die als erste Frau in einer bekannten arabischen Castingshow mitmacht.

Filmfestival will ein neues junges Publikum ansprechen

Die Schwerpunkte des Filmfests ergeben sich von allein, so Festivalleiterin Kathrin Frentz:

„Im Normalfall suchen wir die Themen gar nicht und nehmen uns auch keinen Fokus vor, sondern wir sichten sehr, sehr, sehr viele Filme während des Sommers und entscheiden uns für Filme, weil die Themen spannend sind, die sie behandeln, weil sie gut gemacht sind, weil sie in unser Programm reinpassen. Und nach einer Weile, wenn man so einige Filme dann im Programm schon fest zugesagt hat, und sich das so anguckt, dann sieht man: Aha, es gibt mehrere Filme, die sich mit dem oder dem Thema eben damit beschäftigen.“ 

Kathrin Frentz ist dieses Jahr zum ersten Mal Leiterin des Festivals, nachdem sie in den letzten Jahren schon die Koordination übernommen hatte. In diesem Jahr soll das Festival vor allem auch ein jüngeres Publikum ansprechen:

„Unser Anliegen war, dem Filmfestival ein frischeres Aussehen zu geben. Wir haben, was das Design angeht, uns zusammen mit einem Grafiker überlegt: Wie können wir auch ein bisschen ein jüngeres Publikum ansprechen mit unserem Werbematerialien? Wir haben eine neue Homepage aufgesetzt. Wir haben jetzt auch noch mal schwerpunktmäßig geguckt, dass wir Kooperationen mit studentischen Gruppen und Organisationen wie zum Beispiel die Amnesty Hochschulgruppe oder der Verein “Querfeldein” der Veranstaltungen im Ribingurūmu macht, dass es da zu mehr Kooperation kommt, sodass wir auch mit jüngeren Partnern zusammenarbeiten.”

Das Filmfest Frauenwelten beginnt am Mittwochabend mit dem polnischen Film Pokot, der schon auf der Berlinale einen silbernen Bären gewonnen hat und als polnischer Kandidat für den internationalen Oscar eingereicht wurde. Ab Donnerstag sind dann eine Woche lang ab 16 Uhr mehrere Filme im Kino Museum in Tübingen, im Kino Waldhorn in Rottenburg und im Programmkino Kamino in Reutlingen zu sehen. Tickets kosten 8,50€ und ermäßigt zwischen 7€ und 7,50€.

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Über

Christopher Van der Meyden

...studiert seit 2012 Geschichte und Philosophie und arbeitet seit Sommer 2014 bei cantaloup.fm.

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