Unser Adventskalender – 20. Türchen

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Der cantaloup.fm-Adventskalender ist online! Um euch die Wartezeit auf Weihnachten ein wenig zu versüßen, haben wir für euch genau 24 Überraschungen vorbereitet.

Na, habt ihr schon alle Geschenke besorgt? Oder ist die letzte Woche vor dem Fest ein einziges Chaos aus gehetzten Botengängen und Erledigungen? Wir hoffen, dass ihr euch in diesen Tagen wenigstens für einen Moment entspannen und wieder neue Kräfte sammeln könnt.

Sollte bis zum vierten Advent keine Verschnaufpause in Sicht sein, dann zaubert euch vielleicht zumindest diese etwas andere Weihnachtsgeschichte ein Lächeln ins Gesicht. Wie wäre es wohl gewesen, wenn Maria und Josef eingefleischte Schwaben gewesen wären? Verfasst von einer Ur-Schwäbin, führt euch das folgende Gedicht in erfrischender Mundart durch die Geschehnisse um Jesu Geburt.
Die Autorin, Manuela Schulte, wuchs auf der Schwäbischen Alb auf. Gedichte schreiben gehört schon lange zu ihren Leidenschaften.
Manuela Schulte und Cantaloup.fm wünschen viel Spaß mit Teil 1 von 3 der schwäbischen Weihnachtsgeschichte!

Eines Samschdags im April, –
s Wetter war scho e bissle schwül,-
hots bei der Maria gleuchtet und blitzt
und do sieht se, dass im Hausgang a Engele sitzt.

„Du, Maria,“ sagt des, „der Schef schickt me her,-
i müsst dir was sage, sitz doch na, bitte sehr.“
Do sagt die Maria:“Du, sei mer net bös,
i han grad koi Zeit und bin eh scho nervös.

Grad komm i vom Markt, do hots Leit ghett wie d Sau
der Wirsing war aus ond s Hammelfleisch au,
zudem isch der Henkel von der Tasch grad no kracht
und s Schlimmschte: i han heit no koi Kehrwoch gmacht.“

Des Engele klatscht in d Händle ond lacht:
„Die Kehrwoch han i au scho lang nimmer gmacht!“
Do hupft der Bese mit oim Satz ausem Haus,
fegt aloi ibers Trottwa, – d Maria schnauft auf.

„Jetzt setz di,“ sagt s Engele, „horch, was i dir glei sag:
für dich ond s ganz Volk isch s en bsondre Tag.
Du kriegscht im Dezember a Kindle, – an Bue
des isch der Erlöser, – mach de Mund wieder zue!“

„Ja aber,“ sagt Maria, „wo kommt no des her?
Mitem Josef lauft nix und sei‘s no so schwer,
denn sei Gschäft goht net bsonders, drum heirotmer net,
und ohne a Heirot gang i net mit ins Bett.“

Des Engele sagt:“Koi Sorg! Dass des weischt:
des Kindle wird gmacht vom heilige Geischt.“
„Des sagscht du,“ sagt d Maria, „des ka jo scho sei,
doch wie bring i des dem Josef recht bei?

Der guck jo scho komisch, wenn der Briefträger kommt
des glaubt der mir nie, – der isch net so fromm!“
„Des lass no mei Sorg sei,“ sagts Engele do,
„I schwätz scho no mitem, no sagt er au jo.“

D Maria isch zfriede und freut sich aufs Kind,
und der Josef glaubt em Engele glatt älles blind.

Fortsetzung folgt…

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Über

Simone Schulte

...studiert Allgemeine Rhetorik und Japanologie. In ihrer Freizeit ist sie nicht selten hin- und hergerissen zwischen realer und virtueller Welt. Neugierige Chaotin, die seit Mai 2017 bei Cantaloup.fm mitmischt.

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