Nein zu mehr Videoüberwachung in Tübingen

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Als Reaktion auf eine Bürgerbefragung soll es in Zukunft bessere Beleuchtung sowie mehr Polizei und Video-Überwachung in Tübingen geben.

Ich sehe diese Maßnahmen eher kritisch.

Im Februar hat die Tübinger Stadtverwaltung Bürger*innen befragt, wie sicher sie sich in der Stadt fühlen. Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass die meisten sich in Tübingen sicher fühlen. Trotzdem wünschten sich 35% der Frauen bessere Beleuchtung, bei den Männern waren es drei Prozent weniger. Für Polizeipräsenz stimmten immerhin noch 28% der Männer sowie 27% der Frauen. Videoüberwachung wollten jedoch nur noch 23% der Männer und 21% der Frauen (wir berichteten). Nun sollen Konsequenzen aus dieser Befragung gezogen werden. Die gewünschten Maßnahmen sollen umgesetzt werden, insbesondere im alten botanischen Garten (Bota) und im Anlagenpark.

Grundsätzlich finde ich es sehr gut, dass für mehr Sicherheit gesorgt werden soll. Zunächst ist allerdings relevant, dass Tübingen im Vergleich zu anderen Städten eine relativ niedrige Kriminalitätsrate hat. Ich finde es fraglich, ob mehr Polizeipräsenz tatsächlich das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärkt, meines würde dadurch eher sinken. Auch Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen finde ich problematisch. Schließlich hat jeder Bürger das Recht auf Privatsphäre und kaum jemand möchte beispielsweise von einer Überwachungskamera gefilmt werden, wenn man mit Freunden im Bota sitzt. Und ich denke, viele potenzielle Straftäter schreckt auch die Möglichkeit, von einer Kamera gefilmt zu werden, nicht ab.

Deshalb stellt sich mir die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, mehr Polizisten einzusetzen oder Überwachungskameras zu installieren. Meiner Meinung nach reicht schon eine bessere Beleuchtung an öffentlichen Plätzen, damit zumindest ich mich in Tübingen sicherer fühle. Auf zusätzliche Polizisten und Überwachungskameras könnte ich erst einmal verzichten.

Wie seht ihr das, fühlt ihr euch in Tübingen sicher? Teilt uns eure Meinung mit und diskutiert gerne hier oder bei uns auf Facebook!

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Über

Hannah Henrici

... studiert seit 2016 Geschichte und Germanistik in Tübingen und arbeitet seit Herbst 2017 bei Cantaloup.fm mit.

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