“Ups, das hab ich vergessen!” – Ein Kommentar

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Ein Satz, den wohl jeder schon einmal gehört hat. Manche dürfte das aufregen, aber nicht unsere Autorin.

Folgende Situation passiert mir viel zu oft: Ich bin verabredet und stehe pünktlich am vereinbarten Treffpunkt, jedoch allein.

Nach geduldigem Warten schreibe ich der anderen Person schließlich eine Nachricht und frage, wo sie denn bleibt, um als Antwort zu erhalten: “Oh, tut mir leid, ich hab unser Treffen total vergessen!” Oder aber ich stehe an der Kasse im Supermarkt, greife in die Tasche, um den Geldbeutel hervorzuholen, und stelle fest, dass dieser zu Hause liegt.

Gerade in unserer Generation, in der eigentlich jeder die Möglichkeit hat, wichtige Termine in seinen Kalender auf dem Handy einzuspeichern, vergessen viele trotzdem diese Termine. Studien belegen, dass die ständige Nutzung von Smartphones Menschen tatsächlich vergesslicher macht.

Am Montag war der offizielle “Hab ich vergessen”-Tag, der diesem Problem gewidmet ist. Wenn ich versetzt werde, zum Beispiel weil eine Freundin mich schlichtweg vergessen hat, bin ich genervt. Aber lohnt es sich überhaupt, sich darüber aufzuregen?

Ich finde es verständlich, wenn man sich deswegen ärgert. Schließlich hätte ich mich dann nicht beeilen müssen, um pünktlich zu sein und hätte in der Zeit etwas erledigen können. Ich bekomme dann das Gefühl, der anderen Person nicht wichtig genug zu sein. Allerdings sollte sich jeder vor Augen halten, dass gerade wir Studierenden jede Menge um die Ohren haben und es schon mal vorkommen kann, dass man etwas vergisst. Indem man sich aufregt, ändert sich nichts an der Situation. Außerdem ist es meistens nicht böse gemeint, wenn jemand eine Verabredung vergisst. Ich rege mich zwar ab und zu über unzuverlässige Mitmenschen auf, weiß aber, dass eine gewisse Vergesslichkeit zu vielen Leuten eben dazugehört, und verzeihe diese Fehler gerne.

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Über

Hannah Henrici

... studiert seit 2016 Geschichte und Germanistik in Tübingen und arbeitet seit Herbst 2017 bei Cantaloup.fm mit.

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