Goodbye Tübingen!

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Das Studium ist eine besondere Lebensphase. Am Anfang unerfahrener Ersti, ein paar Semester später irgendwie erwachsen. Und was kommt nach dem Abschied von der Universität?

5 Jahre klingen eigentlich nicht nach einer langen Zeit, oder? Obwohl, laut Regelstudienzeit ist das für einen Bachelor eigentlich zu lang! Bei mir hat es trotzdem so lange gedauert: Vor 5 Jahren wurde ich eine Tübinger Studentin. Damals war das Schwarze Schaf noch die Tangente, Eis von der Eisdiele noch kein Luxusgut und der erfolgreichste Song des Jahres stammte von Avicii: „Wake me up when it’s all over, when I’m wiser and I’m older.“. Älter bin ich in diesen fünf Jahren definitiv geworden, und weiser wahrscheinlich auch ein bisschen. Auf jeden Fall habe ich eine ganz eigene Welt kennengelernt: die Universität.

Als Ersti gibt es da jede Menge Herausforderungen zu bewältigen: Um sich selbst seinen Stundenplan zusammenstellen zu können muss man erst mal die Prüfungsordnungen von Haupt- und Nebenfach lesen – und am besten auch noch verstehen. Oder man sucht sich einfach das aus, auf was man Lust hat. Oder macht gar nichts. Oder gründet nebenher ein Start-Up. Ein paar Semester wird’s schon gut gehen. Genau das, was mich im ersten Semester noch verunsichert hat, wird mir bald bestimmt fehlen: Die Freiheit. Seit der Bologna-Reform soll sie an der Uni zwar Mangelware sein, ich habe davon allerdings nicht viel gemerkt. Liegt vielleicht aber auch daran, dass ich mir zwei Jahre mehr Zeit gelassen habe.

Nach einem Fachwechsel, zwei Praktika, drei Umzügen und einem Auslandsaufenthalt sitze ich jetzt jedenfalls wieder daheim bei meinen Eltern um meine Bachelorarbeit zu schreiben. Nach Tübingen und an die Uni muss ich nur noch zu Sprechstunden oder um zum Prüfungsamt zu gehen um die letzten paar Scheine eintragen zu lassen.

Ganz still und leise geht so einer meiner bisher spannendsten Lebensabschnitte zu Ende. Die Uni Tübingen ist für mich ein Stück Heimat geworden. Ich habe Freunde gefunden, Dinge erlebt, die ich nie vergessen werde und, nicht nur in den Vorlesungen und Seminaren, jede Menge gelernt – auch über mich selbst. Die Zeit im Studium ist oft mit vielen Klischees und Erwartungen behaftet – für mich war sie weder eine endlose Party noch ein gnadenloser Lernmarathon aber trotzdem voller Überraschungen und Herausforderungen.

Und ein kleiner Teil in mir beneidet alle Erstis, die jetzt bald zum ersten Mal in einer Vorlesung sitzen und diese tolle Zeit noch komplett vor sich haben.

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Über

Leoni Schmidt-Enke

... studiert Rhetorik und Internationale Literaturen. Mit Schirm, Charme und Aufnahmegerät ist sie seit Mai 2017 bei cantaloup.fm dabei.

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