Der Dr. Leopold Lucas-Preis der Evangelischen Fakultät der Universität Tübingen wird dieses Jahr dem ehemaligen Bundespräsidenten Dr. h. c. Joachim Gauck für sein “unbeirrtes Engagement für Freiheit und Toleranz” verliehen.
Leopold Lucas-Preis photo

Foto: EnergieAgentur.NRW – Woche der Umwelt 2012 (CC Attribution License)

Die Jury der Evangelisch-Theologischen Fakultät begründete ihre Entscheidung damit, dass Gauck trotz eines wachsenden politischen Populismus “stets gegen eine Verzeichnung geschichtlicher Wirklichkeit aus politischen Gründen” eintrete. Der ehemalige Bundespräsident engagiere sich daher für mehr Toleranz, Freiheit, Demokratie und eine wahrhaftige Darstellung der Vergangenheit. Die Jury würdigt mit der mit 50.000 Euro dotierten Auszeichnung außerdem seine quellenorientierte wissenschaftliche Arbeit, wie die Pressestelle der Hochschulkommunikation mitteilte.

Den Dr. Leopold Lucas-Preis für Nachwuchswissen­schaftler erhält in diesem Jahr auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät Dahan Fan. Der Kantforscher beschäftigt sich insbesondere mit der “Frage nach der Interesselosigkeit im Bereich des Schönen und Erhabenen” und wird daher für seine Dissertation „Die Problematik der Interesselosigkeit bei Kant:‎ Eine Studie zur Kritik der ästhetischen Urteilskraft‎.“ ausgezeichnet. Beide Preise werden am Dienstag, den 16. Mai 2017 in der Neuen Aula überreicht.

  • Der Leopold Lucas-Preis wurde 1972 von Franz D. Lucas, Ehrensenator der Universität Tübingen in Andenken an seinen Vater, den jüdischen Gelehrten Dr. Leopold Lucas, gestiftet. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Evangelisch-Theologischen Fakultät im Namen der Universität Tübingen verliehen. Er würdigt hervorragende Leistungen in der Theologie, der Geistesgeschichte, der Geschichtsforschung sowie der Philosophie. Insbesondere Personen, die sich für Frieden und Toleranz engagiert haben, sollen geehrt werden.
    Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Karl Rahner (1982), der 14. Dalai Lama (1988) und Richard von Weizsäcker (2000).
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Über

Charlotte Geißler

... ist seit Anfang 2016 bei cantaloup.fm und auch im Social-Media-Team tätig. Ihre Begeisterung für das Schreiben und für den Journalismus kann sie hier praktisch umsetzen.

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