Studie aus Tübingen zeigt: Sport steht über nationaler Identität

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Tübinger Sportwissenschaftler haben herausgefunden, dass für Spitzenfußballspieler mit Migrationshintergrund der Sport über der nationalen Identität steht. Das ergab eine Studie der Uni Tübingen von Dr. Klaus Seiberth und Professor Ansgar Thiel.

Unabhängig von ihrem Migrationshintergrund hatten die Fußballer das Ziel, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen und stellten den Sport über nationale und ethnische Aspekte. Die Entscheidung für eine Nationalmannschaft hänge auch von der Einschätzung von Entwicklungschancen bei den verschiedenen Verbänden ab, wie aus einer Pressemitteilung der Uni Tübingen hervorgeht. Das sei auch interessant im Hinblick auf die Diskussion über den Besuch der Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan beim türkischen Präsidenten.

In allen zehn biografischen Fallstudien haben die Fußballer angegeben, sich mit Deutschland zu identifizieren, sich aber gleichzeitig auch türkisch zu fühlen. Sie verwendeten den Begriff ‚Heimat‘ mitunter für beide Länder und verwiesen damit auf ‚hybride Identitäten‘.

Durchgeführt wurde die Studie mit männlichen Spitzenfußballern im Alter von 15 bis 21 Jahren mit türkischem Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren wurden. Alle haben Spiele für die deutsche, türkische oder beide Junior-Nationalmannschaften absolviert.

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Über

Sandra Hirsch

... studiert seit 2015 Medienwissenschaft und empirische Kulturwissenschaft an der Uni Tübingen und ist genauso lang bei cantaloup.fm.

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