Mensa Wilhelmstraße: Weg mit dem Tablett-Napf!

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Eines schmeckt unserem Autor gar nicht: Unser Uni-Essen ist deutschlandweit mit das teuerste. Dafür isst man nicht immer vom Teller – sondern direkt vom Tablett.

Die Mensa der Uni Tübingen verlangt den bundesweit dritthöchsten Durchschnittspreis. Die Preisspanne setzt sogar am höchsten an. Das kam vergangene Woche in einem Preisvergleich der 40 größten Hochschul-Mensen heraus. Die Platzierung ist ärgerlich. Weniger, weil unser Mensaessen sicher nicht das drittbeste in Deutschland ist. Sondern vielmehr, weil man oft nicht mal vom Teller essen darf.

Es könnte so schön sein: Schupfnudeln aus der Mensa. Foto: Oliver Schaub

Es könnte so schön sein: Schupfnudeln aus der Mensa. Foto: Oliver Schaub

Die Tabletts sind der Teller

Die Mensa der Wilhelmstraße ist berüchtigt. Vor allem für die grässlichen Plastik-Tabletts. Nicht solche, auf die man die Teller stellt. Diese Tabletts sind die Teller. Mehrere Vertiefungen teilen es in Näpfe ein. Die Mitarbeiter können Pommes und Nudeln direkt mit dem Handschuh packen und in die Tabletts auf dem Fließband klatschen. So läuft das, außer man nimmt das „Tellergericht“ oder kommt erst abends vorbei. Es gibt Menschen, die meiden die Mensa deshalb, und das kann ich verstehen. In Preis- und Zeitersparnis sind aber einige Tal-Studenten an einem durchgetakteten Uni-Tag auf die Mensa angewiesen, wenn sie eine warme Mahlzeit essen möchten.

Allein mir fehlt der Göffel

Augenschmaus: Leberspätzle auf Plastik-Tablett. Foto: Oliver Schaub

Augenschmaus: Leberspätzle auf Plastik-Tablett. Foto: Oliver Schaub

Ja, es kostet wertvolle Zeit, hunderte Teller täglich vom Stapel zu nehmen, weiterzureichen und zu spülen. Und die Tabletts sind bestimmt leicht abwaschbar und effizient im hastigen Mensabetrieb. Aber lecker ist das nicht. Solche Tabletts gibt es im Knast. Allein mir fehlt der Göffel: halb Gabel, halb Löffel, mit dem man niemanden verletzen kann.

Muss dieses Tablett sein?

Eine Lanze, oder wenigstens einen Göffel möchte ich für die Mensa schon brechen. Die Mitarbeiter sind freundlich. Das Essen ist oft besser als sein Ruf. Und niemand hindert Menschen mit geringem Budget daran, kostenlos die Tagessuppen zu verspeisen (die sich immerhin in Farbe und Name unterscheiden). Aber die Plastik-Tabletts sind ekelig. Keiner erwartet zwischen zwei Uni-Kursen Tischdecken, Kerzen, oder irgendeinen Schnickschnack in der Mensa. Aber ich kenne niemanden aus meinem Umfeld, der woanders studiert und aus dem unappetitlichen Plastik-Tablett essen muss. Wenn also etliche günstigere Groß-Mensen Deutschlands auf Tellern servieren, wäre das doch auch etwas für die Exzellenz-Uni Tübingen. Der Tablett-Napf gehört weg, spätestens mit der Sanierung der Mensa. Sonst hat der Preis der Gerichte einen bitteren Beigeschmack.

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Über

Oliver Schaub

... studiert Allgemeine Rhetorik und Politikwissenschaft. Namensgeber von cantaloup.fm mit hoher Stirn und tiefer Stimme. Seit Oktober 2014 beim Uniradio; von Mai bis Dezember 2016 studentische Hilfskraft mit Schwerpunkt "Text".

2 Kommentare

  1. Avatar

    Lieber Herr Schaub, auch das Studierendenwerk würde die Prägetabletts gern abschaffen und auf Teller umstellen, wie wir es bereits in allen anderen Mensen anbieten. Das Problem ist die derzeitige Spülmaschine, die nur die Tabletts spülen kann. Eine neue Spülmaschine für Geschirr ist vom Volumen her jedoch rund 20 Prozent größer als die Tablett-Spülmaschine und passt daher leider nicht in die derzeitigen Räumlichkeiten. Im Zuge der Mensasanierung wird der gesamte Küchenbereich umgebaut. Dann wird es auch ein komplett neues Ausgabekonzept ohne die Förderbänder, eine neue Spülanlage und normales Geschirr geben. Bis dahin müssen wir uns leider alle noch mit den Prägetabletts im Retro-Look zufrieden geben. Wahrscheinlich werden wir die Tabletts dann vermissen, wenn es Teller gibt…:)

    • Oliver Schaub
      Oliver Schaub um

      Liebe Frau Lang,

      herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ich freue mich sehr, dass die Tabletts durch die Sanierung wegkommen und bin gespannt auf das neue Konzept. Trotz aller Nostalgie, versteht sich… 🙂 Beste Grüße!

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