“Krimis sind die Tragödien der Moderne”

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Die diesjährige Poetik-Dozentur widmet sich einer Art von Literatur, die viele als trivial belächeln – dem Krimi. Arne Dahl, erfolgreicher Krimiautor aus Schweden, verteidigte das Genre in seinem Gastvortrag und gab den Hörern einen Einblick in seine “Werkstatt”.

Das Böse beschäftigte Autoren schon immer: Von der griechischen Tragödie über E. T. A. Hofmann und Edgar Allan Poe. Kriminalromane sind nur die moderne Form, damit umzugehen. Ein schlauer Ermittler erklärt durch Rationalität das Grauen und bringt dadurch Erlösung.

Krimis zu schreiben war nicht das Ziel des Literaturwissenschaftlers Jan Lennart Arnald, so Dahls eigentlicher Name. Den Wendepunkt hin zum Krimischriftsteller brachte ein Nachmittag mit Grippe im Bett, Kafkas “Der Prozess” und das Buch “Mörder ohne Gesicht” von Henning Mankell.

Wie sieht es aus in der Werkstatt eines Kriminalautors? Arne Dahl fühlt sich manchmal wie ein Koch – oder ein Jongleur. Mit Handlung, Charakteren, Dialog und allen anderen Elementen eines Buchs muss er die Balance halten, wie mit Bällen in der Luft.

  • Arne Dahl Bild: Leoni Schmidt-Enke

    Der schwedische Krimiautor Arne Dahl ist promovierter Literaturwissenschaftler und Autor der bekannten Kriminalroman-Serien um die “A-Gruppe”. Seine Bücher wurden in 32 Sprachen übersetzt.

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Über

Leoni Schmidt-Enke

... studiert Rhetorik und Internationale Literaturen. Mit Schirm, Charme und Aufnahmegerät ist sie seit Mai 2017 bei cantaloup.fm dabei.

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