Wie exzellent ist die Uni Tübingen wirklich?

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Viele meiner Kommiliton*innen beschweren sich fast täglich über veraltete Technik und viel zu lang andauernde Sanierungsarbeiten, die das Studieren unnötigerweise komplizierter machen. Ein Kommentar.

Ich frage mich, wie diese Zustände zum Exzellenzstatus der Universität Tübingen passen. Die Uni hat seit 2012 Exzellenzstatus und ist als Elite-Universität international bekannt. Doch spätestens, wenn man den Brechtbau betritt, sieht man die Realität vieler Tübinger Studierenden.

Viel Verbesserungsbedarf

Die Cafeteria im Brechtbau hat am Wochenende, in den Semesterferien und sowieso gefühlt immer geschlossen. Automaten, an denen man sich wenigstens ein Brötchen holen möchte, schlucken lediglich das Kleingeld, und in den Seminarräumen befinden sich Tageslichtprojektoren aus dem vergangenen Jahrtausend. Außerdem finde ich es ziemlich unpraktisch, dass die Bibliothek im Brechtbau am Wochenende nur bis 17:45 Uhr geöffnet hat.

Auch direkt neben dem Brechtbau, im Hegelbau, könnte meiner Meinung nach einiges verbessert werden. Lange Zeit war der Hegelbau akut einsturzgefährdet. Mittlerweile ist dieses Problem zum Glück behoben. Die Sanierungsarbeiten haben jedoch meiner Meinung nach wirklich lange gedauert. Zudem sind die Bücher in den Seminarräumen immer noch nicht elektronisch gesichert, weshalb Studierende keine Taschen und Jacken mitnehmen dürfen. Damit soll verhindert werden, dass jemand diese Bücher klaut. Also müssen wir unsere Sachen vor Beginn der Seminare zuerst in Schließfächer einschließen, was auf die Dauer nervig ist, vor allem wenn man sowieso schon spät dran ist.

Was denken wohl Gäste von unserer Uni? 

Natürlich liegt der Fokus der Universität auf Forschung und Lehre, aber ich frage mich, ob ein bisschen von dem vorhandenen Geld nicht in die Grundausstattung der Gebäude fließen kann. Gravierende Probleme wie einsturzgefährdete Gebäude und kaputte Toiletten werden ja auch behoben, aber diese Maßnahmen nehmen dann meist gleich das komplette Semester in Anspruch.

Ich stelle mir manchmal die Frage, ob an anderen Universitäten vergleichbare Zustände herrschen. Und manchmal möchte ich gar nicht wissen, was die Erasmus-Studierenden und Gastdozent*innen von der Elite-Uni Tübingen halten. Teilweise schäme ich mich sogar für meine Uni, wenn sich in den Toiletten im Brechtbau mal wieder ein See vor den Waschbecken befindet.

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In unserer cantalumne spießen unsere Autoren immer donnerstags ein aktuelles Thema aus Hochschulpolitik oder Unileben auf. Es geht um das, was Tübingen bewegt – und was unsere cantalumnisten davon halten. Ihr habt eine andere Meinung? Schreibt sie uns!
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Über

Hannah Henrici

... studiert seit 2016 Geschichte und Germanistik in Tübingen und arbeitet seit Herbst 2017 bei Cantaloup.fm mit.

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