Die Sonntagsküche – Ehrenamtliche für Bedürftige

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Im Schlatterhaus erhalten Bedürftige jeden Sonntag ein kostenloses Frühstück und Mittagessen.

Ehrenamtliche Mitarbeiter kochen und servieren dort verschiedene Mahlzeiten für bedürftige Menschen. Jeder darf vorbeikommen, jeder darf mithelfen.

Vor fast 30 Jahren startete die Sonntagsküche als Suppenküche. Damals wurde noch in einem Topf gekochte Suppe an Bedürftige auf der Straße verteilt. Heute ist die Sonntagsküche im Schlatterhaus untergekommen. Rund 90 Gäste gehen jeden Sonntag dort hin zum Essen. Gisela Fischer leitet die Sonntagsküche, sie organisiert die Teams und kennt ihre Gäste.

Gisela Fischer

„Also das sind hauptsächlich die, die ziemlich unten sind. Die kommen zu uns, die Alkoholiker, die psychisch Kranken. Dann haben wir Rentner. Da sind ein paar Frauen, die Sozialhilfe empfangen. Und dann haben wir natürlich auch die ganzen Bettler.“ 

Für viele Menschen ist die Sonntagsküche ihr sozialer Treffpunkt. Daher kommen einige schon zum Frühstück und verbringen dort auch ihren Tag. Andere wiederum schauen erst zum Mittagessen vorbei, erkundigen sich darüber, was es zu essen gibt und entscheiden dann, ob sie dableiben oder nicht.

Damit die Sonntagsküche auch jede Woche läuft, sind gute Organisation und die Mitarbeit ehrenamtlicher Helfer sehr wichtig. Die Helfer bilden eine gemischte Gruppe aus Rentnern, Berufstätigen und Studierenden.

„Wir brauchen die Studenten. Also ohne Studenten geht’s gar nicht. Und was wir auch viel haben sind Schüler. Dann haben wir [oft]Firmlinge. Das gibt’s auch. Und da sind wir auch froh.“

Die Ehrenamtlichen sind in vier Gruppen eingeteilt. Jede dieser Gruppen arbeitet jeweils an einem Sonntag im Monat. Es gibt immer eine Person, die kocht und zwischen acht und zehn weitere Helfer. Gisela Fischer erklärt, dass die Person, die für das Kochen zuständig ist, bereits am Vortag einiges vorbereiten muss.

„Wir kriegen von der Tafel Ware, also Gemüse und so und Salat. Manchmal auch einen Eimer Sahne oder Quark, je nachdem, was die nicht loskriegen. Am Ende der Woche ruft sie mich dann an von der Tafel und sagt: ‘Gisela, so und so viel ist übrig, du kannst dir das holen am Samstag, wenn du möchtest.’ Sonst kaufen wir das mit dem gespendeten Geld ein. Also Fleisch, Wurst, Käse, Milch, Marmelade… Alles, was wir so jeden Sonntag fest brauchen. Das wird alles jede Woche eingekauft, von demjenigen, der kocht.“

Die Helfer kommen dann am Sonntagmorgen ins Schlatterhaus und teilen ihre Aufgaben in Absprache untereinander auf.

Während immer zwei Personen draußen bei den Gästen im Service arbeiten, sind die meisten Helfer in der Küche tätig. Manche spülen, einige schnippeln Gemüse, andere verpacken Brot, das den Gästen mitgegeben wird.

So manch einer hätte die Sonntagsküche schon als Vier-Sterne-Restaurant für Obdachlose bezeichnet. Ein Sternekoch muss man aber nicht sein, um bei der Sonntagsküche mitzumachen.

„Der, der kocht, der kann sich ein Menü raussuchen und sagen: „Das kann ich gut, das mach ich.“

Außerdem sei es wichtig, dass man an dem einen Sonntag im Monat, für den man eingeteilt ist, auch wirklich da sein kann. Denn gekocht wird jeden Sonntag – auch an Pfingsten, Ostern oder an Weihnachten. So ist die Sonntagsküche in Tübingen immer für ihre Gäste da.

  • Foto: cantaloup.fm

    Seit 1999 hilft Gisela Fischer in der Sonntagsküche in Tübingen mit. Im Laufe der Jahre übernahm sie eine Gruppe, in der sie seither kocht. 2007 wurde sie Leiterin der Sonntagsküche.

    Wer mitmachen oder spenden möchte, kann Gisela Fischer über die Website der Sonntagsküche www.tuebinger-sonttagskueche.de kontaktieren.

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... studiert seit 2016 Psychologie in Tübingen und ist seit 2019 bei cantaloup.fm dabei.

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