Schlüsselqualifikationen: Pflicht oder Kür?

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Die Universität Tübingen bietet mit dem Programm des Career-Service unzählige Schlüsselqualifikationen an. Doch wie werden diese in die Studiengänge integriert? Ein Kommentar.

Auch wenn die Auswahl an Schlüsselqualifikationen enorm ist, wird sie von den Studiengangsleitern meiner Meinung nach zu wenig miteinbezogen. Denn gerade im Masterbereich sind dafür oftmals keine Module vorgesehen.

Warum sind Schlüsselqualifikationen wichtig?

Ich halte Schlüsselqualifikationen für sehr wichtig, da sie meiner Erfahrung nach dabei helfen, sich persönlich weiterzuentwickeln. Man kann über den eigenen Tellerrand hinausschauen, indem man mehr als reine Fachkenntnisse erwirbt. Der Career-Service selbst nimmt für sich in Anspruch, dass er „eine qualitativ hohe Förderung der Studierenden im Hinblick auf ihre beruflichen Zukunftschancen“ gewährleistet. Mit dem Programm der Schlüsselqualifikationen der Universität Tübingen bin ich als Studierender sehr zufrieden. Die Studierenden können nicht nur vielfältige Kompetenzen erwerben, sondern sie können sich gezielt auf die Anforderungen im Berufsleben vorbereiten. Das Angebot reicht von wissenschaftlichem Arbeiten über Führungsqualitäten bis hin zur digitalen Welt.

Pflicht oder Kür?

Den vielfältigen Möglichkeiten zum Trotz erfahre ich immer wieder, dass viele Studiengänge keine ECTS-Punkte für diese Kurse vorsehen. Gerade in Masterstudiengängen, wie zum Beispiel Mathematik, Physik, Neuro Science, Computer Linguistik, Allgemeine Rhetorik und vielen mehr, ist dies Normalität. Auch mein aktueller Master of Science Sportmanagement hat dieses Modul komplett gestrichen. Natürlich kann die Sichtweise vertreten werden, dass es sich bei den Schlüsselqualifikationen um die Kür handelt. Demnach können motivierte Studierende neben den Prüfungsleistungen ihres Studiengangs diese Fortbildungsmaßnahmen wahrnehmen, um sich so vom Durchschnitt abzuheben.

Allerdings empfinde ich durch die Nichtberücksichtigung im Curriculum eine mangelnde Wertschätzung durch Institute und Studiengangsleiter gegenüber den Schlüsselqualifikationen. Dadurch wird den Studierenden suggeriert, dass sie sich lediglich auf ihre fachlichen Kompetenzen im Studium fokussieren sollen. Stattdessen fände ich es richtig, wenn in jedem Studiengang ein fester Platz dafür eingeräumt werden würde. Damit wird den Studierenden, insbesondere im Master, die Notwendigkeit solcher Qualifikationen für den weiteren Karriereverlauf vermittelt. Schlüsselqualifikationen sind für mich eben nicht nur Kür, sondern Pflicht.
Ziel aller Studiengänge sollte es meines Erachtens nach nicht sein, nur Fachkompetenz zu vermitteln, sondern die Studierenden umfassend weiterzubilden und zu fördern.

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Über

Daniel Anhorn-Weckesser

...studiert Sportmanagement im Master am IfS in Tübingen. Neben der Tätigkeit bei cantaloup ist er als wissenschaftliche Hilfskraft im Bereich der Sportökonomik tätig.

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