Der, die, … das?

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Die Uni Tübingen hat am 13. März 2019 einen Leitfaden zur Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache veröffentlicht.

Angeregt wurde die Verabschiedung des Leitfadens durch die Gleichstellungsbeauftragten der Uni.

Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass an der Universität die Vielfalt und die Chancengleichheit aller gefördert werden soll. Dieses Ziel soll sich auch in der Verwendung einer Sprache wiederfinden, die niemanden ausschließt. Der Leitfaden empfiehlt diese Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache vor allem bei der Formulierung von schriftlichen Texten.

Damit macht die Uni Tübingen einen Schritt in die richtige Richtung, ist damit aber etwas spät dran. Gerade Universitäten sind der Ort, an dem solch eine Auseinandersetzung mit geschlechtergerechter Sprache beginnen sollte. Das Thema ist nun jedoch seit mehreren Jahren in der Gesellschaft präsent. Die Bezeichnung “Studierende” anstatt “Studenten” etabliert sich zunehmend. Auch der Gender_Gap und das Gender-Sternchen werden in den letzten Jahren immer häufiger verwendet, damit Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau identifizieren, nicht ausgeschlossen oder übergangen werden.

Kritik vonseiten der Studierenden

In dem Leitfaden wird empfohlen, beide Geschlechter zu benennen (“Studentinnen und Studenten”) und geschlechterneutral (“Studierende”) zu formulieren. Kritik an ersterem kommt von einigen Studierenden. Die Fachschaft Politik hat auf ihrer Webseite ein Statement veröffentlicht. Sie bewertet es als positiv, dass das Rektorat sich Gedanken um die Verwendung einer Sprache macht, in der nicht mehr nur das generische Maskulinum verwendet wird und somit nicht nur Männer adressiert werden. Die Fachschaft kritisiert jedoch, dass durch die Nennung beider Geschlechter Frauen zwar miteinbezogen werden, aber nicht Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau definieren. Stattdessen schlägt die Fachschaft unter anderem die Verwendung des Gender-Sternchens (“Student*innen”) oder des Gender_Gaps (“Student_innen”) vor. Die Studierenden der Fachschaft fordern die Uni auf, den Leitfaden zu ändern.

Diesem Vorschlag stimme ich zu. Für die Überarbeitung wäre es außerdem sinnvoll, alle Studierenden und Lehrpersonen der Uni zu befragen, beispielsweise durch eine Umfrage per Mail, um ihre Meinungen zu berücksichtigen.

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Über

Hannah Henrici

... studiert seit 2016 Geschichte und Germanistik in Tübingen und arbeitet seit Herbst 2017 bei Cantaloup.fm mit.

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