Was Roboter mit Ethik zu tun haben

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Die Erforschung von künstlicher Intelligenz im Tübinger Cyber Valley beschränkt sich längst nicht mehr auf den Bereich der Naturwissenschaften. Roboter und Maschinen, die menschliches Denken ersetzen, werfen auch ethische und philosophische Fragen auf.

Das Ethics und Philosophy Lab untersucht KI kritisch
Das Cyber Valley sorgte letztes Jahr für Konflikte und Unruhen in Tübingen. Am ersten April 2019 wurde das Ethics und Philosophy Lab gegründet, das ethische und philosophische Fragen der KI Forschung thematisieren soll.

Es gehört zum Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen“. Das Lab thematisiert unter anderem das Verhältnis der Wissenschaftler zum Erkenntnisprozess der Maschinen. Die drei Professoren Dr. Thilo Hagendorff, Dr. Thomas Grote und Dr. Eric Raidl erforschen jeweils die Teilthemen gesellschaftliche Relevanz, Verteilung von Verantwortung sowie Logik von Maschinellem Lernen.

Carl von Weizsäcker Stiftungsprofessur
Wer ist verantwortlich, wenn die Software Schaden anrichtet? Die Programmierer oder die Auftraggeber, die Anbieter oder die Nutzer? Seit Januar gibt es die Carl von Weizsäcker Stiftungsprofessur für Theorie und Geschichte der Wissenschaften. Die Professur wurde von der Universität Tübingen und der Udo Keller Stiftung Forum Humanum ins Leben gerufen. Professor Reinhard Kahle forscht hier zu Fragen rund um Verantwortung und KI.

Der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Klaus Mainzer untersucht Grundlagen Künstlicher Intelligenz im Zusammenhang mit der Gesellschaft. Er wird im Juli auf der Hilbert-Bernays-Sommerschule einen Kurs zum Thema „Grundlagen des maschinellen Lernens und der KI“ geben. Ein „Zentrum für Ethik in der digitalen Gesellschaft“ ist ebenfalls geplant.

Weltethos-Institut
Dr. Christopher Gohl bietet am Weltethos-Institut das Seminar „Was bedeutet Cyber Valley für die Tübinger Demokratie” an. Er plädiert für einen kritischen Austausch der Bürger*innen und zeigt sich zuversichtlich: „Tübingen ist für die kritische Begleitung von Forschung rund um die KI gut geeignet, weil die Universität über Institutionen zur ethischen Reflexion verfügt und die Stadt durch eine kritische Stadtgesellschaft mit gut entwickelter Dialog- und Streitkultur geprägt wird.“ Das Seminar richtet sich an alle Interessierten.

Wer sich informieren will muss aber nicht KI studieren! Auch das Studium Generale bietet eine interdisziplinäre Veranstaltung zum Thema KI an. Interessierte können die Ringvorlesung „Maschinelles Lernen“ besuchen, die im Sommersemester jeden Donnerstag um 20 Uhr im Hörsaal 21 im Kupferbau stattfindet. Referent*innen informieren dabei über jetzige und mögliche zukünftige Kompetenzen von KI.

Aus einer Pressemitteilung der Uni Tübingen

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Über

Frederica Tsirakidou

Frederica ist 23 und studiert irgendwas mit Medien in Tübingen. Seit 2015 pendelt sie zwischen Stuttgart und Tübingen hin und her und genießt das Leben in Stadt und Städtchen. Wenn sie nicht gerade unlustige Witze macht oder schreibt, findet man sie normalerweise im Zug.

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