Kampf gegen Ratten in Tübingen: eine Fachfirma übernimmt

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Wie die meisten großen Städte in Deutschland, beauftragt jetzt auch Tübingen einen spezialisierten Dienstleister, um die Rattenpopulation großflächig zu bekämpfen. 

Ein Beitrag von Hannes-Christoph Buchmann

In den nächsten vier Jahren werden Giftköder in der Kanalisation ausgelegt und anschließend auf ihre Effizienz getestet, sowie die toten Ratten beseitigt. Damit will man den vielen Meldungen über Ratten von Bürgern zuvorkommen, die die städtischen Mitarbeiter nicht mehr alleine bewältigen konnten.

Wussten Sie, dass es in Tübingen ein Rattenproblem gibt? Mittlerweile ist es sogar so stark, dass die Stadtverwaltung zur Bekämpfung ein externes Unternehmen beauftragt hat. Mein Kollege Hannes-Christoph Buchmann hat sich für cantaloup.fm mal umgehört.

Sie huschen durch Parks, stöbern in Mülltonnen und werden oft an Flussufern gesehen: Ratten. Einigen Tübingern ist das Problem noch gar nicht aufgefallen, andere hatten jedoch schon mal Kontakt mit ihnen.

„In der Wohnung hatt´ ich keine Ratten, aber bei uns sind sie schon mal spazieren gegangen. Auf`m Parkplatz vor`m Wohnheim….hab ich mal eine gesehen. Zuhause nicht, in der Stadt nicht, aber bei mir im Wohngebiet oben auf Waldhäuser.“

Ratte

Foto von Pixabay von Pexels

Der Grund für die Vermehrung: Die vielen Essensreste in der Kanalisation, an Parkbänken und Mülleimern. Die städtischen Mitarbeiter kommen den zahlreichen Meldungen nicht mehr hinterher, wie Albert Füger, Leiter des Tiefbauamtes, bestätigt. Deshalb die neue Strategie:

„In der Vergangenheit sind wir dann eigentlich immer nur punktuell da hingegangen, und jetzt ham mer gesagt, jetzt mach mer des insgesamt für des gesamte Stadtgebiet.“

Beim ersten Ausrücken der Firma verteilten die Experten in der Kanalisation Testköder, deren Orte sie mit gelbem Farbspray markierten. Wenn eine Ratte angebissen hatte, folgte der Giftköder und eine rote Markierung auf dem Kanaldeckel. Füger fühlt sich bestätigt.

„Es gibt sehr viel rote Punkte. Also das heißt, es gab ziemlich viele Anbisse und insofern war das richtig, das so zu machen.“

Das war aber erst der Anfang. Um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen, werden jedes Frühjahr und im Herbst Köder ausgelegt.

„Also wir haben jetzt ein Dienstleister, das sind dann so vier bis fünf Jahre und dann wird’s neu ausgeschrieben.“

35.000 Euro nimmt die Stadt dafür jedes Jahr in die Hand. Ist dieser Aufwand überhaupt gerechtfertigt?

„wir haben das eigene Personal nicht“ „Also die meisten großen Städte machen des au mit externen Dienstleistern.“„die Leut können des dann, sind geschult, des muss man schon sagen, des ging also Ratz Fatz!“ „Und die Leut sehen au, es geschieht was!“

Ja, die Stadt Tübingen kämpft gegen die Ratten in der Kanalisation. Doch was halten die Bürger davon, dass eine externe Fachfirma Giftköder auslegt?

„Ich muss drauf vertrauen, was die Experten sagen. Wobei, das kommt mir n bisschen übertrieben vor. Und ich weiß nicht, wer dann so den Profit daraus schlägt. Selbstverständlich! Das sind ja Schädlinge und verbreiten Krankheiten. Also das ist schwer zu sagen, wenn man davon nicht betroffen ist. Wenn Fachleute sagen, dass das n Problem ist, dann wird ja schon was dran sein.“

Wenn die Bekämpfung also erfolgreich verläuft, werden wir bei der nächsten Runde im Oktober schon deutlich weniger rote Punkte auf den Gullydeckeln sehen.

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Studentisches Ausbildungsmedium für crossmedialen Journalismus an der Eberhard Karls Universität Tübingen.

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