Tierheim Tübingen: Wie auch Studierende helfen können

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Im Unileben bleibt ein Haustier leider oftmals verwehrt. Wie man durch das Tierheim Tübingen trotzdem in tierischen Kontakt treten kann, erzählt Mitarbeiter Felix Wagner. Ein Beitrag von Hannah Wolber.

Dabei sind nicht nur Hunde und Katzen dort zu finden: Neben einem Dego und Kaninchen war dort bis vor Kurzem sogar ein Hängebauchschwein.

Wusstet ihr, dass in Deutschland über 30 Millionen Haustiere leben? Wir haben uns da mal ein bisschen zu umgehört und auch die Tübinger tragen dazu ihren Teil bei:

Tübinger Passanten:

„Ich hab ein Haustier. Und zwar einen Hund, einen kleinen Zwergschnauzer. Tiere sind toll, man kommt raus, man kann ein bisschen laufen, hat ein bisschen frische Luft. Eine Katze und vier Schildkröten. Die
sind ein halbes Jahr in der Erde und dann freut man sich jeden Frühling wieder, dass sie wieder kommen. Ja, also ich hab eine Katze, Maja, und die hab ich, weil’s einfacher ist und nicht so zeitaufwändig. Als Student hat man ja nicht unbedingt die Zeit, dreimal am Tag mit dem Hund zu gehen.“

Hunde, aber auch Katzen, Vögel und Kaninchen wollen versorgt sein. Mancher Tierhalter merkt das aber zu spät und so landen die Lieblinge doch immer wieder im Tierheim. So eins gibt’s auch hier in Tübingen. Da kümmert sich Felix Wagner mit seinem Team um die Tiere.

Felix Wagner:

„Wir sind im Prinzip für alle Tiere, die reinkommen, auf die ein oder andere Weise zuständig. Das ist dann ein Fundtier, da können auch Fangaktionen mit dabei sein, wenn man zum Beispiel gezielt Katzenbabies oder so vom Bauernhof einfängt oder die Mutter mit dazu. Dann gibt’s Abgabetiere, die von
den persönlichen Besitzern herkommen. Und da gibt’s alle möglichen Gründe, warum die dann reinkommen, Umzug, können nicht mitgenommen werden… Und tatsächlich nehmen wir auch beschlagnahmte Tiere rein, das ist aber bei Katzen relativ selten, das sind meistens Hunde. Es ist tatsächlich so, dass es einen kleinen Höhepunkt vor den Ferien jeweils gibt, also vor den Sommerferien und vor den Weihnachtsferien, ich persönlich tu’s immer darauf schieben, dass da ein Wechsel ist, zum Beispiel beim Beruf oder beim Umzug.“

Oft kommt’s auch vor, dass die Besitzer zum Ende der Ferien vorbeikommen und Hund, Katze und Co. doch wieder mitnehmen. Und obwohl der Aufenthalt bei den meisten Tieren gar nicht so lange dauert, gibt’s da auch immer wieder Ausnahmen. Bis vor Kurzem war ein Hängebauchschwein da, über ein Jahr lang! Dann wurde aber auch endlich ein passender Besitzer gefunden. Das ist aber nicht die einzige außergewöhnliche Geschichte, die Wagner erzählen kann:

Felix Wagner:

„Wir hatten tatsächlich mal eine Wasserschildkröte hier, die schwer verletzt worden ist. Die mussten wir quasi erstmal auftauen über mehrere Tage und Wochen hin. Und dann was auch schwierig, sie dazu zu kriegen, zu essen. Und jetzt mussten wir dieses Jahr aufgrund von neuen EU-Verordnungen die Wasserschildkröten an eine zentrale Stelle in Schwabing abgeben. Da hatte
ich ein bisschen Angst, dass die eventuell dort nicht durchkommt, weil die aufgrund dessen, dass ihr ein Bein und ein Fuß gefehlt haben, konnte sie nicht mehr hoch schwimmen. Sie hatte zu wenig dynamischen Auftrieb im Wasser. Die haben mir aber gesagt, sie wissen jemanden, sie können sie zu einer anderen dazu setzen. Das war eine Wasserschildkröte, die war nicht behindert, aber die ist von ihrem Besitzer nicht im Wasser gehalten worden, quasi als Landschildkröte erzogen worden und wusste nicht, wie sie im Wasser schwimmen soll. Und die beiden sitzen jetzt zusammen in Schwabing in der Reptilienauffangstation.“

Leider gehen aber auch nicht alle Fälle so glücklich aus und die Schicksale gehen einem auch noch nahe, wenn man wie Wagner seit über 32 Jahren für das Tierheim arbeitet. Deshalb sind die Mitarbeiter dankbar über jede Hilfe, auch Studierende sind gern gesehen:

Felix Wagner:

„Man kann als Freiwilliger kommen und mitarbeiten, das ist meistens vormittags, bietet sich vielleicht für Studenten an, wenn sie nicht gerade Seminar haben. Man kann natürlich auch am Wochenende kommen und bei den Kleintieren oder bei den Katzen mithelfen oder auch Gassi gehen.“

Also, falls ihr Lust habt, was Gutes zu tun und dabei auch noch ein bisschen frische Luft abkriegen wollt, dann kommt einfach zu den Besucherzeiten vorbei – da bedanken sich dann nicht nur die Tiere dafür.

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Studentisches Ausbildungsmedium für crossmedialen Journalismus an der Eberhard Karls Universität Tübingen.

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