Affenversuche: Prozess gegen Max-Planck-Mitarbeiter eingestellt

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Der Prozess gegen Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Biologische Kybernetik wurde eingestellt. Ihnen wurde der Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen.

2014 hatten Aktivisten verdeckt Aufnahmen von Tierversuchen mit Rhesusaffen gemacht, die bundesweit für Aufsehen gesorgt hatten. An den Affen wurden mit festgeschraubtem Kopf Hirnversuche durchgeführt. Die Forscher sollen die Affenversuche zu spät beendet und damit das Leiden der Tiere unnötig verlängert haben. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche hatte Strafanzeige gestellt.

Einstellung gegen vier- bis fünfstellige Geldsumme

Im vergangenen Jahr wurden drei der Mitarbeiter, darunter auch der Institutsleiter Nikos Logothetis, zu Geldstrafen verurteilt. Dagegen erhoben sie Einspruch.

Im Januar hätte der Prozess vor dem Amtsgericht Tübingen verhandelt werden sollen. Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht einigten sich jedoch darauf, das Verfahren vorläufig einzustellen. Laut Amtsgericht Tübingen müssen die Beschuldigten dafür eine vier- bis fünfstellige Geldsumme zahlen.

Ärzte gegen Tierversuche: “Schlag ins Gesicht aller Tierversuchsgegner”

Grund für die Einstellung ist ein neues Gutachten, das die Anwälte der Max-Planck-Mitarbeiter bei der Universität Bochum in Auftrag gegeben haben.

Ärzte gegen Tierversuche kritisierte, dass das Verfahren eingestellt wurde. „Dass vier Jahre nach Einreichen der Strafanzeige und wenige Tage vor dem Gerichtsprozess plötzlich ein Gefälligkeitsgutachten aus dem Hut gezaubert wird, ist ein Schlag ins Gesicht aller Tierversuchsgegner“, so die stellvertretende Vorsitzende Corina Gericke.

Diese Nachricht stammt aus unserer Live-Sendung vom 30. Januar.

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Über

Lucas Eiler

... studiert Politikwissenschaft, Allgemeine Rhetorik und Medienwissenschaft. Seit dem Wintersemester 2013 arbeitet er für das Uniradio und betreut hier auch den Social Media-Auftritt mit.

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