Preis „Rede des Jahres 2018″ geht an Cem Özdemir

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Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen verleiht Cem Özdemir für seine Rede im Deutschen Bundestag am 22. Februar 2018 den Preis „Rede des Jahres”.

Der Grünen-Politiker kritisierte in seiner Rede die Forderung der AfD, Texte des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel zu missbilligen. Dieser Forderung stellte sich Özdemir entgegen, verteidigte die Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland und entkräftete die Positionen der AfD.
Das Seminar für Allgemeine Rhetorik beschreibt Özdemirs Rede als ein „eindrückliches Plädoyer für eine offene Gesellschaft, gegen Ausgrenzung und Spaltung”. Özdemir schaffe es, den politischen Gegner zu stellen, indem er den Antrag der AfD ernst nehme und ihn somit als einen inakzeptablen Angriff auf das Grundgesetz entlarve.

Mit dem Preis „Rede des Jahres” ehrt das Seminar für Allgemeine Rhetorik seit 1998 jährlich eine Rede, die mit besonderem Wert zu sozialen, politischen oder kulturellen Diskussionen beiträgt. Für die Auswahl der „Rede des Jahres” zählen Kriterien wie die Wirkungsmächtigkeit, die stilistische Qualität und die argumentative Leistung der Rede.
Die Jury für den Preis setzt sich aus Mitarbeiter*innen des Seminars für Allgemeine Rhetorik zusammen, zu denen in diesem Jahr erstmals auch eine studentische Vertretung hinzukommt.

Quelle: Pressemitteilung der Eberhard Karls Universität Tübingen

Der Antrag der AfD, der eine Missbilligung des Journalisten Deniz Yücel forderte, wurde im Bundestag am 22. Februar 2018 in einer namentlichen Abstimmung von 552 Abgeordneten nach einem Schlagabtausch abgelehnt. Einen Teil des Schlagabtauschs machte unter anderem Cem Özdemirs Rede aus.
In ihrem Antrag auf Missbilligung bezog die AfD sich auf den Inhalt zweier Kolumnen Yücels, die in den Jahren 2011 und 2012 in der Tageszeitung „taz” erschienen und angeblich Deutschland-feindliche Äußerungen enthielten.
Am 16. Februar wurde Yücel aus einer einjährigen Untersuchungshaft in der Türkei freigelassen. Dort saß er aufgrund der Unterstellung von Volksverhetzung. Die deutsche Regierung setzte sich für Yücels Freilassung ein, woraufhin die AfD der Bundesregierung eine Sonderbehandlung des Journalisten und eine „Zwei-Klassen-Redefreiheit“ vorwarf.

Quelle: Deutscher Bundestag (https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw08-de-deniz-yuecel/543992)

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Über

Hannah Golzem

...studiert seit 2015 Allgemeine Rhetorik und Germanistik an der Uni Tübingen und ist seit Herbst 2017 bei cantaloup.fm dabei. Die besten Ideen fallen ihr mitten in der Nacht ein.

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